Grüne Interkulturell OÖ



Grüne Interkulturell OÖ

Programm


Konzept der Grünen Interkulturell  OÖ

Ausgehend von den Landtagswahlen 2009 und den daraus resultierenden Umstrukturierungen hat sich die Grüne Teilorganisation „Die Grünen Interkulturell" zum Ziel gesetzt, ihr Konzept zu überdenken, Zielsetzungen neu zu formulieren und zukünftige Wirkungsfelder auszuloten und zu konkretisieren.

Im Folgenden wollen wir dies ausführen und näher beschreiben.

„Kultur" bezeichnet noch immer soziale Einheiten, in denen die Grenzen der folgenden Merkmale zusammenfallen: biologische („die Rasse"), geografisch-territoriale („das Land"), ethnische („das Volk"), historische („die Tradtion"), linguistische („die Sprache"), moralische („die Werte und Normen"), politische („der Staat"). Dieser Kulturbegriff legt eine Unterscheidung in eigene und fremde Kulturen nahe, die einen innerhalb eines bestimmten Staatsgebietes, die anderen außerhalb.

Im Gegensatz dazu geht der Ansatz der transkulturellen Identität von unterschiedlichsten Bezugssystemen aus.

Wir leben in verschiedenen kulturellen Bezugssystemen, die unsere Identität bilden, z.B. gleiche Wertanschauung, Beruf und Bildung, Generation, ähnlicher Lebensstil, Geschlecht, Tradition, Rolle, ähnliche Interessen usw.

Wir finden in den verschiedenen Bezugssystemen Gemeinsamkeiten und daneben auch Unterschiede. Beim Modell der transkulturellen Identität geht es darum, sowohl die Gemeinsamkeiten zu entdecken und daran anzuschließen, um sie weiterzuentwickeln als auch den Unterschieden ihren Platz einzuräumen und zu sichern. Dies bedarf einer gemeinsamen Erarbeitung von Grundregeln, um die Vielfalt der kulturellen Bezugssysteme nicht nur erhalten sondern auch weiterentwickeln zu können.

Diese dürfen sich nicht auf bloße „Toleranz" von Verschiedenheiten beschränken, sondern brauchen vielmehr Akzeptanz und intensive Kommunikation sowie die Kooperation an Aufgaben von gemeinsamer Bedeutung und die Erzeugung neuer kultureller Entwürfe, die der Absicherung kultureller Vielfalt dienen, z.B. in Bezug auf Menschenrechte aber auch auf die Gestaltung sämtlicher Bereiche des gesellschaftlichen Lebens wie etwa Gesundheits- und Bildungssysteme, Möglichkeiten zur politischen Partizipation usw.

Bei der Zusammenarbeit unterschiedlichster Menschen zur Erreichung eines gemeinsamen Zieles treten Herkunft, Weltanschauung, Religion usw. in den Hintergrund. Die Konzentration geht auf die Erreichung eines gemeinsamen Zieles hervorgerufen durch gemeinsame Interessen.

Auf diese Art und Weise entsteht wirkliche Anteilnahme und Teilnahme am gesellschaftlichen, kulturellen und politischen Leben.

Wenn es gelingt, solche Arbeits- und Lebensweisen hervorzubringen, geschieht „Integration" von selbst und nebenbei. Im Folgenden konkrete Schritte dazu.

 

Zusammenarbeit mit den anderen Grünen Teilorganisationen:

Als vorrangig betrachten wir die  verstärkte Zusammenarbeit mit den anderen Grünen Teilorganisationen, da dadurch Ressourcen besser genützt und Ideen leichter verbreitet werden können. Besonders durch gemeinsame Veranstaltungen werden vorhandene Möglichkeiten aufgezeigt und genutzt.

Z.B. Unterstützung der Grünen Wirtschaft bei den bevorstehenden Wahlen durch Nutzung der Kontakte zu Einzelpersonen und migrantischen Vereinen.

Z.B.  Zusammenarbeit mit den Grünen BäuerInnen zur Durchführung einer Veranstaltung bzw. Nutzung von Kontakten zu Personen zur Erreichung der Ziele.

Z.B.  Zusammenarbeit mit den Grünen Frauen im Bereich politische und geschlechtersensible Bildung, Durchführung eines Fachsymposions „Bildung und Geschlecht".

 

Betreuung von Vereinen:

Der Kontakt zu und die Betreuung von migrantischen Vereinen zählen schon immer zu einem der wichtigsten Aufgabenfelder der Grünen Interkulturell.

Diese Vereine sind in Oberösterreich zum Großteil gut organisiert und stellen für die jeweilige migrantische Gruppe einen wichtigen Ort des Zusammentreffens und der Vernetzung dar.

Wir möchten diese Vereine über persönlichen Kontakt und Mails sowie einer Einladung zu einem Treffen ansprechen, über unsere politische Arbeit informieren und ihnen regen Kontakt und Möglichkeit zum gegenseitigen Austausch anbieten, z.B. durch die

Einladung zu z.B. Vorträgen, Filmabenden, Weiterbildungsangeboten und kulturellen Veranstaltungen.

Als ein weiterer Schritt besteht die Möglichkeit, Veranstaltungen gemeinsam zu organisieren.

 

Partizipation:

Uns ist die Förderung von Partizipation ein großes Anliegen. Damit meinen wir einerseits das offene Auftreten unseres Vereines nach außen, um neue Mitglieder zu gewinnen, andererseits ist damit auch unsere Haltung den anderen Grünen Teilorganisationen , der Grünen Bildungswerkstatt und der Grünalternativen Jugend gegenüber angesprochen, ebenso wie den Landesgrünen und den Grünen Österreich. Durch eine enge Zusammenarbeit mit den Grünen Interkulturell OÖ mit den umliegenden Gemeinden werden die Ideen und Projekte verbreitet und weitergetragen.

Unter dem Motto „Wir MigrantInnen sind eine Bereicherung für unser Land" ist die Idee für ein Buchprojekt entstanden. MigrantInnen erzählen ihre Geschichte und darüber, wie sie in Österreich leben. Die Leistungen der MigrantInnen werden sichtbar gemacht und positive Beispiele vorgestellt.

 

Arbeit und Bildung:

Auch unser Engagement in den Bereichen Arbeitswelt und Bildung soll überdacht werden. Z.B. Schaffung von konkreten Angeboten in Clubs, Jugendzentren, Jugendtreffpunkten und an Schulen; Angebote zu den Themen Antirassismus und Antifaschismus bzw. Vermittlung von bestehenden Angeboten; Angebote zum Thema Umwelt; Unterstützung der Forderung zum Nostrifizieren und Anerkennen von Zeugnissen.

 

Mitwirkung an der Umsetzung der Maßnahmen des Oberösterreichischen Integrationsleitbildes

Die Grünen Interkulturell waren maßgeblich beteiligt an der Erarbeitung der Maßnahmen des Integrationsleitbildes und möchten auch bei der Umsetzung eine wichtige Rolle spielen.

Einarbeitung in das Antidiskriminierungsgesetz in Zusammenarbeit mit den zuständigen PolitikerInnen

 

Jahresthema 2016: Wirtschaftspolitik und Weltmigration

Das Thema soll geschichtlich aufbereitet und in seiner politischen Relevanz aufgearbeitet werden. Hierzu sind Filme, Podiumsdiskussionen und Vorträge geplant.

Unsere Zielgruppe soll ein besseres Bild davon bekommen, warum und wie in unserer Welt Migration stattfindet und wie unsere Lebensweise (Handlungen, Konsumverhalten, grenzenlose Gier nach immer mehr) diese Migrationsbewegung beschleunigt.

Millionen Menschen dieser Welt leiden Hunger. Wir wollen aufzeigen, in welchem Zusammenhang „Welthunger" und oben genannte Faktoren stehen, sowie auch Möglichkeiten zur gerechteren Verteilung von Nahrungsmitteln vorstellen.

 

 





Suche